USA: Bundesstaat Maine wird Perfluoralkyl- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) ab 2023 verbieten

Vorreiter weltweit

Der US-Bundestaat Maine hat als erster Bundesstaat, und damit weltweit als erster Staat überhaupt, ein Gesetz zur Beendigung der Verschmutzung durch Perfluoralkyl- und Polyfluoralkylsubstanzen vorgelegt. Dieses Gesetz verbietet die Verwendung toxischer Verbindungen von Perfluoralkyl- und Polyfluoralkylsubstanzen (kurz: PFAS). Per- und Polyfluoralkylsubstanzen werden typischerweise verwendet, um wasser- und schmutzabweisende Produkte herzustellen. Sie sind so effektiv, dass sie heute in Dutzenden von Branchen verwendet und einer breiten Palette von Produkten hinzugefügt werden, darunter Lebensmittelverpackungen, Kosmetika, Küchenutensilien, wasserdichte Textilien, Gitarrensaiten, Zahnseide, Feuerlöschschäume und Fleckenschutzmittel wie Scotchgard, die häufig auf Teppiche und Möbel aufgetragen werden.

Immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse haben die Chemikalien mit einer Reihe von ernsthaften Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht, wie z.B. Krebs, Lebererkrankungen, verminderte Immunität, Nierenerkrankungen, Abnahme der Spermienzahl, endokrine Störungen, hoher Cholesterinspiegel, angeborene Missbildungen. So haben Forscher der University of Notre Dame mehr als 230 häufig verwendete Kosmetika getestet und fanden heraus, dass 56 Prozent der Grundierungen und Augenprodukte, 48 Prozent der Lippenprodukte und 47 Prozent der Wimperntuschen Fluor enthielten – ein Indikator für PFAS, sogenannte „Forever Chemicals“. die in antihaftbeschichteten Pfannen, Teppichen und unzähligen anderen Konsumgütern verwendet werden.

Der Schritt zum Verbot von PFAS erfolgt, da der Kongress weitreichende Gesetze erwägt, um einen nationalen Trinkwasserstandard für bestimmte PFAS-Chemikalien festzulegen und kontaminierte Standorte im ganzen Land zu säubern, einschließlich Militärstützpunkten, auf denen hohe PFAS-Raten entdeckt wurden. „Es gibt nichts Sicheres und nichts Gutes an PFAS“, sagte Senator Richard Blumenthal, D-Conn., der zusammen mit Senatorin Susan Collins, R-Maine, das Kosmetikgesetz vorstellte. „Diese Chemikalien sind eine Bedrohung, die in aller Öffentlichkeit verborgen ist und die Menschen jeden Tag buchstäblich auf ihren Gesichtern zeigen.“

Aus der Zusammenfassung des Gesetzentwurfs geht hervor, dass Hersteller verpflichtet werden, bei Produkten mit zugesetzten Perfluoralkyl- und Polyfluoralkyl-Substanzen oder PFAS diese ab 2023 an das Department of Environmental Protection zu melden. Das Gesetz verbietet ab 01.01.2023 den Verkauf von Teppichen und Teppichböden für den Wohnbereich sowie den Verkauf von Stoffbehandlungen, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten. Weitere Produktkategorien, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten, können ebenfalls von der Behörde „Department of Environmental Protection“ identifiziert und vom Verkauf ausgeschlossen werden.

Ab 2030 dürfen Produkte, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten, nicht mehr verkauft werden, es sei denn, die Verwendung von PFAS in einem Produkt wird vom Ministerium ausdrücklich als eine derzeit unvermeidbare Verwendung bezeichnet. Das Ministerium ist verpflichtet, ein Programm zur Reduzierung von PFAS-Quellen einzurichten, das Informationen, Aufklärung und, soweit Mittel zur Verfügung stehen, Zuschüsse für öffentliche Kläranlagen und Gemeinden bereitstellt, um den Eintrag von PFAS in Luft, Wasser oder Boden zu reduzieren. Es ist davon auszugehen, dass weitere US-Bundesstaaten dem Beispiel Maines folgen werden.

Neues aus der Welt der Normen und Product Compliance

Auch wenn die Welt der Normen und Marktzulassungsanforderungen nicht allzu schnelllebig ist – es gibt auch hier regelmäßig Neuigkeiten und Neuerungen. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden!

Weitere Neuigkeiten zu Normen und Product Compliance
GLOBALNORM News
Neuerscheinung: Praxisband Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU

Neues Fachbuch von Dipl.-Ing. (FH) Michael Loerzer

mehr

"Spenden statt Versenden" - auch in 2020

Weihnachtsaktion wird fortgesetzt

mehr

Weltnormentag 2020 am 14. Oktober

Diesjähriges Motto: Protecting the planet with standards.

mehr

STANDARDS News
Weitere Normen zur Niederspannungsrichtlinie in OJEU gelistet

Normenstau reduziert sich

mehr

Veröffentlichte Normenlisten zur CE-Kennzeichnung

Für das 1. Quartal 2021

mehr

Neue Version der EMV-Norm für Short Range Devices: ETSI EN 301 489-3 V2.1.2

Mit erheblichen Änderungen

mehr

COMPLIANCE News
Das neue Marktüberwachungsgesetz vom 9. Juni 2021

Geänderte Produktverantwortung für Wirtschaftsakteure

mehr

Der Entwurf zur EU-Maschinenverordnung

Herausforderungen für Maschinenhersteller

mehr

CHINA: Langfristige Normungsstrategie zum Weltmarktführer in der Technologie

"China Standards 2035"

mehr

Login
x

Gemäß der Cookie-Richtlinie der EU (RL 2009/136/EG) möchten wir Sie darüber informieren, dass unsere Website Cookies verwendet. Wenn Sie unsere Webseite benutzen, akzeptieren Sie das und stimmen unseren Datenschutzbestimmungen zu. Welche Cookies konkret gesetzt werden und wie Sie von Ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch machen können, erfahren Sie auf unserer Seite zum. Datenschutz.

OK